Haltung und Ziele

Ziele, die in der Arbeit mit gewalttätigen Menschen erreicht werden sollen, sind abhängig von der Grundhaltung, mit denen wir ihnen als Berater_innen gegenüber treten (vgl. Oelemann & Lempert, 2000):

Solidarisch- begleitende Haltung als elementare Grundlage
Wir solidarisieren uns bspw. als Männer mit den Jungen bzw. Männern und entsolidarisieren uns gleichzeitig von ihrer Gewalt. Wir respektieren die Täter als Personen in ihrem So-Sein, und lehnen gleichzeitig ihre Gewalttätigkeit ab.

Jede Form der Beratung ist nur möglich, wenn einem Klienten oder einer Klientin als Person ehrliche Wertschätzung und Respekt entgegengebracht wird. Jeder Gewalthandelnde wird als Gesamtpersönlichkeit gesehen, also sowohl mit seiner / ihrer Gewalttätigkeit als auch mit den positiven Ressourcen und liebevollen Seiten.

Geschlechtsorientierte Gewaltberatung/Gewaltpädagogik 

Wir arbeiten mit Täter_innen nicht als geschlechtslose, neutrale Berater, sondern z.B. als Männer, die selber einmal Jungen waren und einen reflektierten Zugang zu ihrem eigenen Junge-Sein haben.

Erfolgreiche Gewaltberatung ist nur möglich, wenn wir den Klienten aus seinem Empfinden und aus seinen Sozialisationsbedingungen heraus verstehen können.

In der Arbeit mit Täterinnen gelten diese Grundsätze ebenso.

Nur wenn Gewalttätige die Erfahrung machen, dass die Gewaltberater_innen sich in ihre Lage versetzen können, werden sie ihr Misstrauen überwinden und eine primäre Motivation für eine wirkliche Veränderung ihres Verhaltens entwickeln.