Frauen und Mädchen als Täterinnen

Werden Mädchen oder Frauen gewalttätig, so wird dies gesellschaftlich als atypisch zum geschlechtsrollenkonformen Verhalten betrachtet.

Dieser Zusammenhang hat vielerlei mögliche Auswirkungen:muttertag_wdr_400h.jpg

  • weibliche Gewalt wird häufiger „übersehen“ als männliche Gewalt,
  • weibliche Gewalt wird eher als „Notwehr“ umgedeutet, da es sich unter dieser Bedingung wieder um „rollenkonformes Verhalten“ handeln würde,
  • weibliche Gewalt appelliert eher an das „Mitleid-Empfinden“ als männliche Gewalt, die in jedem Fall als offensive Gewalt gedeutet wird.
  • Täterinnen können so m.E. damit rechnen, als „eigentliches Opfer“ der Situation gesehen zu werden,
  • dadurch sind Bagatellisierungen der Tat(en) sowohl auf Täterinnen-Seite als auch auf Seiten des Hilfesystems bzw. der Strafverfolgung wenn nicht vorprogrammiert, so doch wahrscheinlich.
  • Weibliche Gewalt ist damit vermutlich in höheren Fallzahlen im so genannten „doppelten Dunkelfeld“ vertreten.

Insofern ändern sich natürlich auch die Gewaltdynamik und der Gewaltkreislauf der Täterinnen im Vergleich zu den männlichen Tätern.

Sabine Seifert-Wieczorkowsky hat genau dazu einen Artikel hier veröffendlicht.

Gewaltberatung und Gewaltpädagogik mit Täterinnen bedarf daher einer genauen Kenntnis der geschlechtstypischen Hintergründe, vor denen die Taten durchgeführt und wahrgenommen werden.
Diese vermitteln wir durch die Schulung der Wahrnehmungskompetenzen in unseren Weiterbildungen.